Re: @ Henny bzgl. Kaiserschnitt

Geschrieben von henny am 17. August 2010, 13:37
Als Antwort auf: @ Henny bzgl. Kaiserschnitt geschrieben von Ursula

Liebe Ursula,

vielen herzlichen Dank für deinen Bericht. Er tut mir gut und macht Mut.

Manches war/ist bei mir ähnlich: auch mein Kaiserschnitt war ein unschönes (vielleicht könnte man sogar sagen traumatisches) Erlebnis. Und, falls es klappen sollte mit unserem Wunsch nach einem dritten Kind, möchte ich auch keinesfalls wieder in derselben Klinik entbinden. Die dortige Stationsärztin sagte mir bei der Entlassung: "Wenn Sie innerhalb eines Jahres wieder schwanger werden, wird es automatisch wieder ein Kaiserschnitt. Und wir rechnen da auf den Tag genau!" Das heisst für mich, ich werde mir die Klinik auf jeden Fall danach aussuchen, ob sie bereit ist, eine spontane Entbindung zumindest zu versuchen.

Zum Hintergrund: unsere große Tochter durfte ich im Geburtshaus zur Welt bringen - nur in Begleitung meines Mannes und meiner Hebamme. Die Kleine kam im Wasser zur Welt, und es war die beste Geburt, die ich mir je wünschen hätte können. Nach so einem tollen Erlebnis war es natürlich schwer, beim zweiten Kind den angeordneten Notkaiserschnitt unter Vollnarkose zu verkraften. Unser Sohn war 16 Tage überfällig und hat sich jeglichen Einleitungs-Versuchen wiedersetzt, so dass man mich schließlich vom Geburtshaus in die Klinik verlegt hat und per Kaiserschnitt geholt werden musste. Medizinisch war das Ganze wahrscheinlich begründet - trotzdem habe ich nur schlechte Erinnerungen daran, und will es auf keinen Fall nochmal erleben müssen.

Ich habe auch schon überlegt, an wen ich mich wende, wenn es tatsächlich in diesem Zyklus geklappt haben sollte. Und als erstes fiel mir meine Geburtshaushebamme ein, die sowohl meiner Tochter auf die Welt verholfen hat als auch bei meinem Sohn bis kurz vor der OP dabei war. Ihr vertraue ich mehr als all den "Göttern in Weiß".

Wird denn deine Begleithebamme bei der Geburt in der Klinik dabei sein? Ich fände das ideal, aber bei uns gibt es das leider nicht. Sobald man in einem Krankenhaus entbindet, ist das dort angestellte Hebammen-Team zuständig. Freiberufliche Hebammen dürfen einen nur in der Schwangerschaft und nach der Entlassung aus der Klinik betreuen.

Wenn ich richtig gelesen habe, ist es bei dir bald soweit. Ich drücke jedenfalls alle Daumen, dass die möglichen Risiken nicht eintreten und es eine komplikationslose Geburt wird. Und bis dahin wünsche ich dir noch eine schöne restliche Kugelbauchzeit!

Liebe Grüße
Henny


> Liebe Henny!
>
> Anfänglich hatte ich auch Bedenken, wie schnell wieder eine Schwangerschaft
> eintreten sollte, aber erstens wird man nicht jünger und zweitens wurde mir
> nach meinem Kaiserschnitt nicht gesagt, wie lange ich mit einer erneuten
> Schwangerschaft zuwarten solle. Ich bekam damals nur zur Antwort, dass ich
> natürlich nach einem Kaiserschnitt auch spontan entbinden könne, aber ein
> Zeitfenster gab mir die Ärztin nicht vor.
> Ich bin ziemlich überzeugt, dass der Kaiserschnitt bei unserer Tochter
> nicht unbedingt (so schnell zumindest nicht) nötig gewesen wäre, was uns
> unsere Hebamme, die wir dieses Mal haben bestätigt hat.
> Um nicht an diesen Kaiserschnitt erinnert zu werden oder auch mit den
> Personen (Ärzte, Hebamme) konfrontiert zu werden, haben wir uns dieses Mal
> für eine Begleithebamme und ein anderes Spital entschieden(obwohl wir nur
> über die Straße in "unser" Krankenhaus gehen müssten).
> Unsere Hebamme meinte zu meinen Voraussetzungen nur: optimal sind sie zwar
> nicht, aber das bekommen wir schon hin. Unter nicht optimal fällt für sie
> neben meiner insulinpflichtigen Schwangerschafsdiabetes eben auch die
> Kaiserschnittsnarbe, die unter Umständen aufgehen könnte. Das müsse man
> halt wissen und ein besonderes Augenmerk darauf haben. Punkt, mehr ist da
> nicht zu beachten.
> Aber nach einer spontanen Geburt könne es trotzdem noch zu einer kurzen OP
> kommen, dann nämlich, wenn die Plazenta an der Kaiserschnittsnarbe
> festhängt und nicht abgeht. Bei mir liegt sie bereits lt. Mutter-Kind-Pass
> Fundus, und somit optimal wie sie uns erklärte.
> Allerdings gab sie mir zu bedenken, dass die Plazenta trotzdem an den
> Narben in der Gebärmutter hängen bleiben könnte, die ich durch eine
> zweimalige Kürettage habe. Das ist ebenso eine Information, die ich noch
> nie zuvor gehört hatte, aber meines Erachtens total wichtig ist. Deswegen
> erwähne ich sie auch in diesem Kontext.
>
> Also, wenn Du wieder guter Hoffnung sein kannst, dann freue Dich, und
> besprich Deine Sorgen und Fragen am besten wirklich nur mit einer Person
> Deines Vertrauens, die vom Fach ist. Da finde ich persönlich die Hebammen
> wesentlich vertrauenswürdiger, weil sie die ganzen Umstände nicht
> ausschließlich medizinisch sondern auch menschlich betrachten.
>
> Alles Gute wünscht Dir
>
> Ursula

Dieses Posting ist im Archiv, daher ist kein Antworten darauf mehr möglich.


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