Re: Re: Re: Zyklusauswertung

Geschrieben von Claudia am 29. November 2018, 11:17
Als Antwort auf: Re: Re: Zyklusauswertung geschrieben von Tabea

Hallo Tabea!

> bzgl. der Basislinie bei dieser Auswertung habe ich letzten Samstag bei der
> NER-Multiplikatorenschulung mal gefragt:
> Am ZT 22 und 23 war die Messung sehr spät, also deutlich nach 7:30 Uhr.
> Wenn da die Temperatur eine Zacke macht, dann ist das ein Klammerungsgrund.
> Somit dürfte ZT 22 geklammert werden auch wenn ZT 23 trotz später Messung
> wieder im Rahmen ist. Somit wäre die Basislinie dann richtig.

Das ist ein ewiger Diskussionspunkt, wo ich die "Logik" der NER-Leute nicht verstehe und sie es nicht schaffen, es mir rüberzubringen:
Es gibt Leute, die auf eine spätere Messzeit reagieren. Gut. So weit sind wir uns einig.

Meine Logik geht allerdings in folgende Richtung:
(a) Es gibt Leute, die auf eine abweichende Messzeit nicht reagieren. Diese Leute müssen - nach meiner Logik - jede Messung in der Auswertung lassen, und sie dürfen nicht wegen der Uhrzeit klammern.
Ich bin so eine Frau, ich reagiere absolut nicht auf die Uhrzeit, und wenn ich eine Messung nach 7:30 Uhr klammern würde, nur weil sie mir nicht reinpasst, dann wäre das in meinen Augen grob fahrlässig und Betrug in der Auswertung.
(b) Es gibt Leute, wo man vermuten kann, dass sie auf eine abweichende Messzeit reagieren. Dann muss ich - nach meiner Logik - schauen, wo die Ursache liegt. Wenn ich verifizieren kann, dass es wirklich die Messzeit ist und nicht beispielsweise Schlafmangel (beziehungsweise nachgeholter Schlaf), offenes/geschlossenes Fenster (weil bei späterem Schlafengehen beispielsweise der Partner das Fenster nicht aufmacht - es also auf die Raumtemperatur zurückzuführen ist), und wenn wirklich alles andere ausgeschlossen ist, dann kann ich mir überlegen, Messungen zu streichen.
Aber: Ich würde nie nie nie nie nie eine fixe Uhrzeit als Maßstab nehmen. Was bitteschön ist an halb acht so wichtig, dass es immer wieder gepredigt wird?
Ich kenne Studentinnen (und zu meiner Studienzeit war's bei mir auch nicht anders ;-) ), die durch den Lernstress und durch soziale Aktivitäten einfach nicht früh ins Bett kommen. Klar, dass die dann spät aufstehen. Und wenn die erste Vorlesung erst um 10 Uhr ist, warum soll jemand dann vor 9 aufstehen, wenn er bis um 1 oder 2 in der Früh gelernt hat?
Wenn ich also der Ansicht bin, dass ich auf abweichende Messzeiten reagiere, und wenn ich mich entscheide, Messungen aus diesem Grund zu klammern, dann plädiere ich dafür, eine Abweichung von der normalen Messzeit zu tolerieren, und alles drüber/drunter zu klammern. Diese Abweichung muss sich aus den vorigen Zyklusblättern ergeben. Wir hatten hier im Forum einmal eine Frau, bei der tatsächlich eine Viertelstunde(!) so viel ausgemacht hat, dass der Zyklus nicht mehr auswertbar war. Sie hat sich dann den Wecker immer auf dieselbe Zeit gestellt, und das war dann ein wunderschönes Zyklusblatt.
Wenn ich also auf Grund von abweichenden Messzeiten etwas klammere, dann muss ich meiner Ansicht nach eruieren, wieviel mein Körper "toleriert", und ob ich - beispielsweise - mit plusminus einer Stunde gut fahre. Aber ich würde nie nie nie nie nie eine fixe Uhrzeit als Ausschlussgrund akzeptieren - allein schon deswegen, weil wie gesagt manche Leute erst nach halb acht aufstehen.


Zurück zum konkreten Fall:
(1) Schauen wir uns mal an, wann Kathinka üblicherweise misst: 7:30 Uhr. Wenn ich eine Messung auf Grund der Tatsache klammere, dass sie nach 7:30 Uhr ist, dann ist das absurd. Sorry, dass ich das so offen sage. Aber wenn ich bei Kathinka alle nach-7:30-Uhr-Werte streiche, dann bleibt mir vielleicht noch die Hälfte der Werte über.
Kathinka misst regelmäßig, ihre Kurve ist wunderschön und auswertbar, warum soll ich mich an die Zahl 7:30 klammern?
Kathinka ist ein traumhaftes Beispiel dafür, dass ein absoluter Wert nicht sinnvoll ist. Mit relativen Abweichungen zu argumentieren - also beispielsweise "plusminus eine Stunde" - ist für mich wie gesagt okay, falls sich aus den vorigen Zyklusblättern ergibt, dass sie auf abweichende Messungen reagiert.

(2) Kathinka hat am 22. Tag um 9:20 den Wert 36,7.
Am 23. Tag hat sie um 9:20 den Wert 36,45.
Kathinka hat also zur selben Uhrzeit äußerst unterschiedliche Werte gemessen. Warum soll ihr Körper bitteschön so unlogisch sein und am 22. Tag auf die Uhrzeit reagieren und am 23. Tag nicht?
Da ist keine Logik dahinter. Und ich unterstelle ihrem Körper nicht, unlogisch zu sein.
Wenn sie jedes Mal nach 9 Uhr einen "Spitzenwert" misst, dann ist die Sache für mich klar. Dann werden in ihren Zyklusblättern alle Messungen nach 9 Uhr eingeklammert.
Aber in dem Moment, wo ich sage, dass ihr Körper keiner Logik folgt, muss ich doch auch davon ausgehen, dass er sich nicht dran hält, bei Progesteron eine höhere Temperatur zu haben.
Ich weigere mich, eine Messung einzuklammern, nur weil sie mir nicht gefällt. Und dann mit einer an den Haaren herbeigezogenen "Argumentation" (bewusst unter Anführungszeichen) zu kommen, dass das wegen einer Uhrzeit ist, wo ich unmittelbar am nächsten Tag das Gegenbeispiel habe, dass die Uhrzeit sich eben nicht auswirkt.



Ich möchte das Temperaturzackenspiel jetzt nicht auf Kathinkas Rücken austragen, sondern konstruktiv schauen, ob und wie wir diese Zacke argumentieren können. Denn so ein hübsches Zyklusblatt sollte gewürdigt werden!
Hmmm. Eigentlich will ich den 23. Tag argumentieren. Wenn wir da die niedrige Messung erklären können, bin ich einverstanden, die 9:20 Uhr-Messungen zu klammern. Aber bitte alle nach-9-Uhr-Messungen! Dann werden nämlich auch der 29. und 35. Tag geklammert. Da bin ich nämlich ebenfalls mit der NER-Logik nicht einverstanden: Meiner Ansicht nach dürfen nicht nur unbequeme hohe Messungen geklammert werden; sondern wenn ich hohe Messungen klammere, dann auch solche, die eventuell auf ein Kringel fallen. Denn vielleicht wäre das in Wirklichkeit kein Kringel geworden!
Zurück zu Kathinkas 23. Tag: Ich sehe hier als Eintrag "Gestern spät im Bett gewesen". Liebe Kathinka, kannst du dazu noch etwas sagen? Ich weiß schon, dass das jetzt neugierig klingt, aber ich nehme jede Information von dieser Nacht. (Oh Mann, wie das klingt ... ;-))) ). Es war die Nacht von Samstag auf Sonntag, 20./21. Oktober. Ja, das ist jetzt schon lang her, aber vielleicht erinnerst du dich noch, ob das eine Geburtstagsfeier war oder ein Kinoabend oder ... Was war hier anders als die Nächte davor und danach? Hast du etwas anderes gegessen oder getrunken? Wie lange hast du geschlafen (im Vergleich zu den anderen Nächten)? Hast du zu Hause geschlafen? (Sorry, ich weiß, dass das indiskret klingt; aber wenn ihr beispielsweise bei euren Eltern übernachtet habt und sie gerne bei kühlen 10 Grad schlafen oder umgekehrt ihre Wohnung überheizen, dann kann das etwas ausmachen.) Hast du ruhig und entspannt geschlafen? (Wenn du eine Baustelle vor dem Haus hast oder in einem unüblichen Bett geschlafen hast oder dein Partner krank war, dann hast du sicher unruhiger geschlafen.) Hast du Medikamente genommen?
Bitte schreib einfach, was dir zu dieser Nacht einfällt, danke!

Liebe Grüße,
Claudia


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