so war es ... für alle, die es interessiert

Geschrieben von Momo am 1. Juni 2011, 20:45

So Mädels: Nachdem meine kleine gerade völlig tiefenentspannt vor mir im Tragetuch schläft (Ich liebe das Tuch jetzt schon!!!) und ich meinen Mann in den Supermarkt geschickt habe , gibt es für euch den versprochenen Geburtsbericht.

Angefangen hat alles in der Nacht von Freitag auf Samstag. Gegen 1.15 Uhr bin ich aufgestanden, weil ich mal wieder zum Klo musste und auf dem Rückweg ins Bett tröpfelte es plötzlich. ...erst hab ich gedacht, ich hätte die Blase nicht ordentlich entleert und bin wieder zurück ins Bad, aber nach ein paar Minuten war mir im Grunde klar, dass das Fruchtwasser sein muss. Also hab ich so um halb zwei meinen Mann geweckt, habe mir ein Handtuch in die Hose gelegt und wir sind zum Krankenhaus gefahren. ...völlig entspannt, denn die Wehen (die ich ja nun seit der 20. Woche immer mal wieder hatte, waren jetzt weg!!!) Gut, die Fahrt zum Krankenhaus hat das für meinen Mann natürlich deutlich weniger stressig gemacht. Im Krankenhaus angekommen hat mich die Hebamme dort begrüßt, ans CTG angeschlossen und untersucht. Die Wehen blieben weg, das CTG ansonsten war unauffällig und die Untersuchung ergab einen unveränderten Befund (Mumu 2cm, Gmh weg) und die eindeutige Erkenntnis, dass das definitiv Fruchtwasser ist, was ich da verliere.
Also wurde mir ein Zugang in den Arm gelegt, verschiedene Röhrchen Blut abgenommen und ich anschließend auf Station geschickt mit den Worten: "Dem Kind geht es gut. Wir warten jetzt auf die Wehen, das dauert im Normalfall nach Blasensprung nciht allzu lange." Mein Mann ist nach Hause gefahren, um zu schlafen.
Gut, Normalfall war meine ganze Schwangerschaft ja irgendwie eher selten, also wurde ich am Morgen wach, ohne Wehen, aber immerhin war ich halbwegs ausgeschlafen. Dann wurde wieder CTG geschrieben - ohne Änderung und die Ärztin sprach mit mir über das weitere Vorgehen. Sie wollten 24 Stunden nach Blasensprung erst einmal eine sanfte Einleitung über Tabletten versuchen. Da der Befund ja durchaus geburtsreif sei, sollte das vielleicht reichen, um der Gebärmutter den entsprechenden Stupser zu geben. Ich schluckte also diese Tablette, ging mit meinem Mann wie befohlen spazieren und wartete ab. ...nichts passierte...
Vier Stunden später sollte ich wieder im Kreissaal erscheinen. Dort war aber mittlerweile die Hölle los und der leitende Oberarzt hatte angeordnet kein weiteres Chaos zu schaffen und weiter Einleitungen zunächst einmal auszusetzen, weiterhin aber die Vitalfunktionen des Kindes über CTG zu prüfen. So wurde bis zum späten Abend immer mal wieder ein CTG geschrieben, aber es blieb so unauffällig, wie seit mindestens 10 Wochen nicht mehr.
Wie oft hatte ich mir so ein CTG gewünscht und jetzt als ich doch endlich Wehen haben wollte, waren sie einfach weg. Irgendwie fand ich das zwar gemein, aber andersherum genoss ich auch den entspannten Tag mit meinem Mann und dem Wissen ganz, ganz bald zu dritt zu sein.
Mein Mann fuhr dann spät Abends nach Hause und wir verabredeten, dass er zur ersten Tablettengabe am Morgen wieder da sein würde, es sei denn ich würde ihn vorher anrufen.
Ich ging schlafen und schlief gut ... bis ich gegen halb drei wach wurde und dachte: "Oh, ich glaube, ich brauche vielleicht doch keine Einleitung." Wirklich viele Wehen waren es immer noch nicht, aber sie waren deutlich intensiver und ich wusste, dass dieser Sonntag unser Tag sein würde.
Im Kreissaal wurde meine Vermutung durch das CTG bestätigt und auch der Untersuchungsbefund ergab eine minimale Veränderung Richtung Geburt. Allerdings noch nichts gravierendes und so wurde ich mit einem Zäpfchen gegen die Schmerzen wieder auf mein Zimmer geschickt. Bis halb fünf konnte ich so noch mal einigermaßen entspannen. Dann rief ich meinen Mann an und bat ihn so gegen 6 Uhr dazu sein. Die Hebamme hatte mir zwar vorher gesagt, dass das noch nicht nötig wäre, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich ihn dann gerne da haben würde.
Im Kreissaal wurde ich wieder ans CTG gelegt ... die Wehen waren jetzt regelmäßig und stark, der Muttermund öffnete sich nach und nach.
Gegen halb sechs wollte ich gerne eine PDA bekommen. Die Hebamme rief die Ärzte an. Die waren aber gerade zur Not-Sectio im OP, wollten aber danach direkt kommen. Untersuchungsbefund zu dem Zeitpunkt waren Mumu 5cm und die Ansage, dass eine PDA nun sicher gut für den Geburtsfortschritt sei, wenn ich das wünschen würde.
Irgendwann kam der Anruf, dass die OP nun vorbei sei und die Ärzte auf dem Weg zu mir. Die Wehen waren mittlerweile richtig heftig und die Hebamme wollte nur noch einmal kurz untersuchen, um zu sehen, was sich in der Zwischenzeit getan hatte. Ich sah einen überraschten Blick und die Aussage: "Eine PDA würde die GEburt jetzt nur noch unnötig aufhalten, wenn Sie das Gefühl haben, dass sie pressen müssen, dann dürfen Sie das tun, der Muttermund ist vollständig!" ...das alles, also etwa 5cm, in einer halben Stunde ungefähr!
Aber, was sagt die liebe Momo, statt brav zu nicken!?!?: "Ich kann jetzt noch nicht pressen, mein Mann ist noch nicht da!" Zum Glück kam er in dem Augenblick und die Hebamme empfing ihn mit den Worten: "Gut, dass sie da sind, dann kann ihre Frau ja jetzt anfangen zu pressen!" Er muss ziemlich ungläubig geschaut haben, denn ich hatte ihm ja nur eineinhalb Stunden zuvor gesagt, dass er sich noch Zeit lassen kann. ...also hatte er Brote geschmiert, noch ein paar CDs für die lange Zeit im Kreissaal ausgesucht usw.
Also konnte es nun zumindest los gehen. Allerdings hab ich irgendwie eine zeitlang gebraucht, bis ich verstanden hatte, wie das Pressen effektiv ist und so ging es sowohl der Kleinen, als auch mir um kurz nach sieben nicht mehr wirklich gut. Wir waren einfach kaputt von der langen Press-Phase. Ich merkte nur, dass der Kreissaal irgendwie voller wurde (Kinderärzte, Gynäkologen) und vernahm, dass mir ein Arzt sagte, er würde jetzt von oben ein bisschen nachhelfen und sah, dass die Hebamme von einer anderen Frau (Oberärztin Gynäkologie, wie ich später erfuhr) abgelöst wurde. Außerdem sagte die Ärztin, dass sie bei der nächsten Wehe schneiden würde, um mir zu helfen ... dass es vorrangig um die Kleine ging verschwieg sie mir (was definitiv richtig war, sonst wäre ich wohl panisch geworden!)
Letztendlich schnitt sie nicht nur, sondern half auch bei einer Wehe noch mit der Saugglocke nach, aber das hab ich erst hinterher von meinem Mann erfahren.
... tja, und als ich noch dachte: "Wie lange dauert das denn hier jetzt noch und ein weiteres Mal "Ich kann nicht mehr" rief", legte man mir das kleine, schrumplige Etwas ganz kurz auf den Bauch, um es mir zu zeigen, um es dann gleich wieder zu den Kinderärzten zu geben. In dem Augenblick fing die kleine Maus aber auch schon an zu schreien und so wurde sie im Kreissaal versorgt und untersucht (so konnte ich sie aber immerhin hören und aus dem Augenwinkel sehen), während ich genäht wurde.
Es war Sonntagmorgen, der 29.5.2011 um 7.11 Uhr als mein Mann die Nabelschnur durchtrennte und uns damit zu stolzen und überglücklichen Eltern von der kleinen Marit machte.
Sie war auf 53 cm und etwa 3500g geschätzt, letztendlich ist sie ein zartes Mäuschen von 50cm und 3250g Geburtsgewicht mit einem Kopfumfang von 34cm.
Alle weiteren Untersuchungen von uns in den kommenden Tagen verliefen super. Ich habe überhaupt keine Probleme mit dem Dammschnitt und auch dir süße Maus hat die 30 Stunden im Mutterleib nach Blasensprung ohne Schwierigkeiten überstanden.
So durften wir bereits gestern das Krankenhaus verlassen, waren heute morgen schon eine kleine Runde im Dorf spazieren. Haben die Maus meiner Gynäkologin vorgestellt und genießen ansonsten unsere gemeinsame Zeit zu Hause.

Seit heute ist auch die Milch richtig da (meinen Brüsten geht es erstaunlich gut damit!) und das Mäuschen ist auch wieder zufriedener, als gestern Abend noch (wo sie vermutlich einfach Hunger hatte).

Stichwort "Hunger": Das Tragetuch ist zwar super ... ohne hätte ich vermutlich Schwierigkeiten bekommen so viel zu schreiben, aber so langsam muss Marit mal wieder etwas essen, denn die 3000g-Marke haben wir heute Nachmittag erst wieder gehabt, aber eben aufs Gramm genau.

Ach ja, ich hab Schwierigkeiten ein Foto hier hochzuladen. Meine Dateien sind alle zu groß. Allerdings dürft ihr gerne die Babygalerie der Kaiserswerther Diakonie über google suchen.
Marit ist dann unter ihrem Geburtsdatum mit einem Foto zu finden. ...nur für die Neugierigen unter euch (also vermutlich für alle )

Ganz liebe Grüße
sendet euch eure Momo mit Minimaus Marit gerade ganz fest im Tragetuch (heute schon 4 Tage jung)

P.S.: Hoffentlich war euch der Bericht nicht zu lang, aber ihr habt es nicht anders gewollt!

...und damit verabschiede ich mich von euch nach nebenan ins Stillzeit-Forum und freue mich, euch da bald wiederzulesen!
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